
Ein Mittag in der Gallura
Die Sonne steht hoch über den sanften Hügeln im Norden Sardiniens. In einem kleinen Dorf der Gallura sitzt du auf einer schattigen Terrasse aus Naturstein. Vom Nachbartisch steigt der Duft von geschmolzenem Käse, kräftiger Brühe und frisch gebackenem Brot auf. Kurz darauf stellt die Wirtin einen dampfenden Tonteller vor dich. Die goldbraune Kruste knistert leicht, als der Löffel hindurchgleitet. Darunter verbergen sich weiches Brot, aromatische Brühe und geschmolzener Pecorino – einfach, ehrlich und unglaublich lecker.
Genau so fühlt sich Sardinien an.
Kurz zusammengefasst
Zuppa Gallurese stammt aus der Region Gallura im Norden Sardiniens. Trotz ihres Namens handelt es sich nicht um eine klassische Suppe, sondern um einen herzhaften Brotauflauf. Altbackenes Brot wird mit kräftiger Fleischbrühe, Pecorino und weiteren regionalen Käsesorten geschichtet und anschließend goldbraun überbacken. Das Ergebnis ist ein rustikales Wohlfühlgericht, das seit Generationen zur sardischen Küche gehört.
Die Geschichte hinter Zuppa Gallurese
Kaum ein Gericht zeigt die Philosophie der sardischen Küche besser als Zuppa Gallurese. Früher wurde in den ländlichen Regionen nichts verschwendet. Brot vom Vortag bekam ein zweites Leben und wurde gemeinsam mit Brühe und Käse im Ofen gebacken.
Besonders in der Gallura, einer Landschaft mit sanften Hügeln, Korkeichen und Schafweiden, entwickelte sich dieses Rezept zu einem echten Klassiker. Die Schäfer verfügten über hervorragenden Pecorino und kräftige Brühen – ideale Zutaten für ein sättigendes Familienessen.
Bis heute gehört Zuppa Gallurese zu den traditionellen Gerichten vieler sardischer Familien und wird besonders an Sonn- und Feiertagen serviert.
Warum dieses Gericht so besonders ist
Auf den ersten Blick wirkt Zuppa Gallurese fast unscheinbar. Doch genau darin liegt ihr Reiz.
Knusprige Käsekruste.
Saftiges Brot.
Kräftige Brühe.
Geschmolzener Pecorino.
Mehr braucht dieses Gericht nicht.
Mit jeder Schicht entstehen neue Aromen. Das Brot saugt die Brühe auf, während der Käse im Ofen langsam schmilzt und eine goldbraune Kruste bildet. Gerade diese Einfachheit macht das Gericht so beliebt.

Zuppa Gallurese – Original Rezept aus Sardinien
Zutaten
- 300 g altbackenes Bauernbrot
- 700 ml kräftige Rinder- oder Fleischbrühe
- 250 g Pecorino
- 200 g milden Bergkäse oder Casizolu
- 2 EL hochwertiges natives Olivenöl extra
- einige Salbeiblätter
- schwarzer Pfeffer
Anleitungen
Brot vorbereiten
Schneide das Brot in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben.Käse reiben
Pecorino und Bergkäse grob reiben.Schichten
Fette eine Auflaufform leicht mit etwas hochwertigem Olivenöl ein.Lege eine Schicht Brot hinein.Mit Brühe beträufeln.Etwas Käse darüber verteilen.Diesen Vorgang wiederholen, bis alle Zutaten verbraucht sind.Die letzte Schicht sollte großzügig mit Käse bedeckt sein.Backen
Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C etwa 35 bis 40 Minuten backen.Die Oberfläche sollte goldbraun und knusprig sein.Servieren
Vor dem Servieren fünf Minuten ruhen lassen.Mit frisch gemahlenem Pfeffer und etwas hochwertigem Olivenöl verfeinern.
Notizen
Verwende möglichst kräftige Fleischbrühe.
Bauernbrot bringt deutlich mehr Geschmack als Toastbrot.
Ein gutes Olivenöl erst kurz vor dem Servieren darübergeben.
Wer es noch aromatischer mag, ergänzt einige frische Salbeiblätter.
Kann ich Zuppa Gallurese vorbereiten?
Ja. Du kannst den Auflauf komplett vorbereiten und erst kurz vor dem Servieren backen.
Welches Brot eignet sich?
Am besten rustikales Bauernbrot vom Vortag.
Kann ich Gemüsebrühe verwenden?
Ja. Traditionell wird zwar Fleischbrühe verwendet, mit kräftiger Gemüsebrühe gelingt aber ebenfalls eine sehr aromatische Variante. Zuppa Gallurese zeigt eindrucksvoll, dass die besten Gerichte oft aus wenigen Zutaten entstehen. Knuspriges Brot, würziger Käse und eine kräftige Brühe ergeben zusammen ein traditionelles Familiengericht, das seit Generationen in Sardinien geschätzt wird. Wer die ursprüngliche mediterrane Küche liebt, sollte dieses Rezept unbedingt einmal ausprobieren.
Wusstest du schon?
Zuppa Gallurese bedeutet zwar wörtlich „Suppe aus der Gallura“, tatsächlich handelt es sich aber um einen herzhaften Brotauflauf. Der Name stammt daher, dass das Brot die Brühe vollständig aufsaugt und das Gericht dadurch besonders saftig wird.


