
Es gibt diese Themen, die tauchen plötzlich überall auf. Man liest darüber in Zeitschriften, sieht Videos in den sozialen Medien und hört Menschen begeistert davon erzählen. Eisbaden gehört für mich genau in diese Kategorie.
Ganz ehrlich? Als ich das erste Mal davon hörte, habe ich mich gefragt, warum ein Mensch freiwillig in eiskaltes Wasser steigen sollte. Während andere versuchen, sich warm einzupacken, suchen Eisbader genau das Gegenteil. Kälte. Eis. Und die Herausforderung sich selber immer und immer wieder zu überwinden.
Doch je länger ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto mehr erinnerte mich das Ganze an etwas, das mir auf meinen Foodhunter-Reisen immer wieder begegnet.
Die Kraft der kleinen Herausforderungen
Vor einigen Wochen war ich auf Sardinien unterwegs. Dort besuchte ich unter anderem Perdasdefogu, eines der berühmten Dörfer der Hundertjährigen. Ein Ort, an dem außergewöhnlich viele Menschen ein sehr hohes Alter erreichen und dabei oft erstaunlich fit und lebensfroh bleiben.
Während ich durch die Straßen lief, stellte ich mir immer wieder dieselbe Frage: Was machen diese Menschen anders?
Natürlich spielt die Ernährung eine Rolle. Hochwertige Lebensmittel, Olivenöl, Gemüse, Hülsenfrüchte und frische Kräuter gehören dort ganz selbstverständlich zum Alltag. Doch je mehr ich mit damit beschäftige, je mehr Gespräche ich führte, desto klarer wurde mir, dass es noch etwas anderes gibt.
Diese Menschen leben nicht nur in einer Komfortzone. Sie bewegen sich täglich. Sie gehen zu Fuß. Sie arbeiten im Garten. Sie trotzen Wind, Wetter und den Bergen in ihrer Heimat. Ihr Körper wird regelmäßig gefordert. Nicht überfordert. Aber schon gefordert. Lange vorm Fernsehen sitzen, dass kennen diese Menschen nicht. Und genau hier begegnet uns eine spannende Verbindung zum Eisbaden.






Warum Kälte unserem Körper helfen kann
Unser moderner Alltag ist oft erstaunlich bequem geworden. Ich sage: Viel zu bequem. Wir sitzen viel, bewegen uns immer weniger und versuchen jede Form von Unbehagen und Anstrengung möglichst zu vermeiden.
Unser Körper wurde jedoch für etwas anderes geschaffen.
Wissenschaftler sprechen von Hormesis. Gemeint ist damit, dass kleine, kontrollierte Herausforderungen den Organismus stärken können. Dazu gehören Bewegung, Fasten, Hitze in der Sauna oder eben auch Kälte.
Beim Eisbaden reagiert der Körper zunächst mit Stress. Die Atmung verändert sich, der Kreislauf arbeitet intensiver und verschiedene Botenstoffe werden ausgeschüttet. Viele Menschen berichten anschließend von einem Gefühl großer Klarheit, innerer Ruhe und neuer Energie. Es könnte sein, dass genau hier ein Teil des Geheimnisses liegt.
Nicht die Kälte selbst macht uns stärker. Sondern die Fähigkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden und bewusst mit Herausforderungen umzugehen.
Mehr Leben beginnt oft außerhalb der Komfortzone
Ich glaube nicht, dass jeder Mensch nun täglich in einen Eissee springen muss. Doch die eigentliche Botschaft hinter dem Eisbaden geht viel tiefer. Wann hast Du Deinen Körper zuletzt positiv herausgefordert? Wann hast Du etwas getan, das zunächst unbequem war, Dir anschließend aber ein gutes Gefühl gegeben hat?
Vielleicht ist es ein Spaziergang im Regen. Eine Wanderung in den Bergen. Ein kaltes Bad. Oder einfach die Entscheidung, den gewohnten Weg einmal zu verlassen. Auf meinen Reisen begegne ich immer wieder Menschen, die lange gesund, aktiv und glücklich leben. Fast alle haben eines gemeinsam: Sie bleiben in Bewegung. Körperlich und geistig.
Und immer mehr glaube ich, ein langes, glückliches und gesundes Leben beginnt genau hier. Auf gar keinen Fall auf der Suche nach der nächsten Wunderpille. Sondern in der Bereitschaft, dem Leben immer wieder mit Neugier, Mut und einer kleinen Portion Abenteuerlust zu begegnen.



Für alle, die es selbst ausprobieren möchten
Zum Schluss möchte ich Dir noch von einem Menschen erzählen, den ich sehr schätze. Mein lieber Freund Gerd Kellershohn hat das Eisbaden vor einigen Jahren für sich entdeckt. Anfangs war es einfach die Neugier. Heute gehört es ganz selbstverständlich zu seinem Leben.
Im Winter zieht es ihn nahezu jeden Tag in ein nahegelegenes Naturbad. Egal wie kalt das Wasser ist – für Gerd ist es längst zu einem festen Ritual geworden. Er erzählt immer wieder, wie gut ihm diese bewusste Auszeit tut und wie klar und energiegeladen er sich danach fühlt.
Und wenn die Temperaturen im Frühjahr und Sommer steigen, muss er auf dieses besondere Gefühl trotzdem nicht verzichten. Dann steigt er einfach in seinen Ice Barrel (Eisfass), mit dem sich das Eisbaden auch zuhause problemlos fortsetzen lässt.
Was mich dabei besonders beeindruckt, ist jedoch etwas anderes. Seine wundervolle Mutter Hella ist inzwischen 85 Jahre alt – und auch sie geht regelmäßig mit ins kalte Wasser. Mit einer Gelassenheit und Lebensfreude, die mich jedes Mal aufs Neue begeistert. Wenn ich sehe, mit welcher Freude beide dieses gemeinsame Ritual leben, dann denke ich oft: Vielleicht geht es beim Eisbaden gar nicht nur um die Kälte.


Vielleicht geht es uns vielmehr darum, dem Leben neugierig zu begegnen. Sich selbst immer wieder kleine Herausforderungen zu schenken. Und dabei zu spüren, wie lebendig man doch eigentlich noch immer ist.
Wenn Dich das Thema neugierig gemacht hat und Du mehr über den Ice Cube erfahren möchtest, findest Du hier weitere Informationen:
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Vielleicht beginnt Deine Reise ja genau mit diesem einen mutigen Schritt ins kalte Wasser. Manchmal fühlen sich die größten Veränderungen nämlich zuerst einfach nur kalt an. Und genau darin liegt oft ihre größte Kraft.


